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Obstduft und viel Betrieb
Apfel- und Holzmarkt: Verschönerungsverein freut sich über großen Zuspruch – Polizist weist nach Feierabend spontan die Autos ein
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ANNELSBACH. Mit den Apfel- und Holztagen fing es 2005 an. Dass diese nunmehr zu einem Apfel- und Holzmarkt mutiert sind und am Wochenende eine bis dahin in diesem Höchster Ausflugs- und Erholungsort unbekannte Besucherlawine ausgelöst haben, ist auf das Engagement des örtlichen Verkehrs- und Verschönerungsvereine mit Gerhard Schmidt an der Spitze zurück zu führen.

Schmidt, der in den zurück liegenden Jahren auf seinem Anwesen jährlich zu Kelterfesten eingeladen hatte, sah sich durch den Erfolg 2005 in seiner Einschätzung bestätigt, mit einem größer aufgezogenen Apfel- und Holzmarkt den Ort überregional ins Gespräch zu bringen und damit etwas für das heimische Gastro- und Beherbergungsgewerbe tun zu können.

Dass Schmidt sich dabei vielfacher Unterstützung sicher sein konnte, zeigte eine Reihe privater Initiativen, die neben Händlern, Handwerkern und anderen Marktbeschickern in der eigens um eine „Apfel- und Holzstraße“ erweiterten Ortslage ein attraktives Rahmenprogramm boten. So zum Beispiel der örtliche Männerstammtisch, der auf dem Königshof nicht nur eine Steakbraterei etabliert hatte, sondern auch ein Kinderkarussell.

Oder jene überregionale Damenriege, die sich im Gasthaus „Dornröschen“ eingefunden und ihr alljährliches Treffen nach Auskunft von Gastwirt Peter Merkel flugs zum Annelsbacher Spinntag erklärt hatte: Die Frauen ließen sich von interessierten Besuchern auch beim Sticken, Klöppeln und Weißsticken über die Schulter schauen.

Zudem bestand die Möglichkeit, geschmacksintensiv heimische Apfelsorten kennen zu lernen oder beim Schaukeltern eine der vielen Verarbeitungsmöglichkeiten von Äpfeln mitzuerleben.

Gleichermaßen viel Raum räumten die Veranstalter dem Thema Holz ein. So wurden an einem mobilen Sägewerk und einer Holzspaltanlage verschiedene Verarbeitungstechniken demonstriert, wobei auch der sachgemäße Umgang mit Motorsägen nicht außen vor blieb. Dass solche Geräte mittlerweile auch in der Schnitzkunst Einzug gehalten haben, zeigte Holzbildhauer Burkhard Britsch, der vor bewundernden Blicken der Zuschauer aus einem Holzblock einen Elch heraus sägte. Gleiches galt für die Kunst einiger konventioneller Holzschnitzer, deren Arbeit nicht minder große Beachtung fand.

Abgerundet wurde das Spektakel von einer Ausstellung historischer Traktoren und einer Fahrzeugschau der Höchster Feuerwehr, während der Dieburger Cartoon-Zeichner Hans Peter Murmann mit seinen Schäfchen-Bildern den ländlichen Charakter der Veranstaltung unterstrich.

Ein Wort noch zur Verkehrssituation in und um Annelsbach: Angesichts eines auch wetterbedingt unerwarteten Besucheransturmes wäre es in dem engen Tal fast zu einem Chaos gekommen, hätte nicht ein örtlicher Polizeibeamter seinen regulären Dienst ehrenamtlich um einige Stunden verlängert und den Verkehrsfluss in geordnete Bahnen, sprich Feldwege und Wiesengrundstücke, gelenkt. Ein Manko, das die Organisatoren bei künftigen Veranstaltungen dieser Größenordnung beachten sollten.

kp
26.10.2006



Quelle: Odenwälder Echo vom 26.10.2006