Am Wochenende stand der Höchster Ortsteil Annelsbach ganz im Zeichen von Apfel- und Holz. Die vom Verkehrs- und Verschönerungsverein Annelsbach erstmals 2005 ins Leben gerufene Veranstaltung wurde dieses Jahr nach einer Pause im letzten Jahr zum fünften Mal durchgeführt. In der "Apfelstraße" gab es neben Informationen rund um den Apfel auch kulinarische Leckereien.

Der Werdegang von der Ernte des Apfels bis zu den verschiedenen Produkten konnte verfolgt werden. Theo Groh zeigte mit seiner Apfelausstellung die Vielfalt der Apfelsorten und stand den Besuchern mit Erkläungen und Erläuterungen zur Verfügung. Während der von ihm geführten Rundgänge auf der Streuobstwiese erläuterte er die Bedeutung dieses Ökosystems. Hier hängt alles voneinander ab. So brauchen die Bienen zum Beispiel den Nektar, die Bäume die Bienen.
Der Geopark Bergstraße Odenwald informierte am Sonntag in diesem Zusammenhang auch über geologische Besonderheiten des Odenwalds und gab den Kindern die Möglichkeit, sich beim Apfelfilzen zu versuchen.-
Ist der Apfel geerntet, kann er vielfältig genutzt werden. Ein wichtiges Produkt ist der frisch gepresste Süßmost, der beim Schaukeltern am Gasthaus Dornröschen mit entsprechenden Erläuterungen der einzelnen Arbeitsschritte produziert wurde. Die übriggebliebenen Apfelreste (Trester) werden als Kraftfutter an Schafe und Rinder verfüttert oder kompostiert. Aus dem Most entsteht als weiteres Produkt, der Apfelwein. Die Besucher konnten den Apfelweinkeller besichtigen und bekamen genauere Informationen über den Herstellungsprozess. Aus dem Apfelwein oder aus der vergorenen Apfelmaische wird der Apfelbrand hergestellt. Auch dieser konnte auf dem Apfel- und Holzmarkt probiert werden.
Bienen mögen die Apfelblüte gern und so ist der Apfelblütenhonig ein weiteres typisches Produkt der Streuobstwiesen. Schautafeln gaben den Interessierten weitere Informationen. Apfelbäume und andere Gewächse, sowie Dekorationen mit Bezug zum Thema Apfel und Holz lockten die Besucher an die Stände.
Am Anfang der Holzstraße konnten gleich ein moderner Traktor und ein alter Traktor bestaunt werden. So war der Unterschied in der Größe unverkennbar.

Am Stand des Verkehrs- und Verschönerungsvereins, der auch die Anlaufstelle für alle Fragen rund um den Markt war, gab es Crêpes und Brezeln. Im Schwalbenhof (Hof Scheuermann) gab es neben der Ausstellung forstwirtschaftlicher Geräte am Sonntag einen ökumenischen Gottesdienst.
In der "Holzstraße" konnte Holz in all seinen Facetten erlebt werden. Die für die Holzernte erforderlichen Geräte und Maschinen konnten ebenso betrachtet werden, wie der praktische Umgang mit dem Rohstoff. Kunst war ein wesentlicher Bestandteil, von mit der Motorsäge geschnittenen Figuren über die Schnitzkunst und Drechselei bis hin zur Bildhauerei. Verschiedene Künstler zeigten ihr Können und stellten viele Exponate aus.

Die eher gröbere Bearbeitung erfuhr das Holz in Form eines horizontalen Holzspalters, der die dicken Stämme mit Leichtigkeit in vier Teile spaltete. Brennholz bekommt Konkurrenz, Miscanthus als alternativer Energieträger wurde ebenfalls vorgestellt. Das mobile Sägewerk bearbeitete die Holzstämme zu einem anderen Zweck. Interessant anzuschauen, wie der Operateur das Sägewerk bediente und die langen, schweren Baumstämme mit den Bedienhebeln ferngesteuert in die richtige Lage zum Sägen brachte.
Für die Autos wurde der Parkraum in der Hauptbesuchszeit langsam knapp, aber die freiwilligen Helferinnen und Helfer sorgten dafür, dass alle Besucher ihre Fahrzeuge parken konnten, auch wenn der Parkplatz durch die Regenfälle in den Tagen zuvor nicht in optimalem Zustand war.
Neben dem Spielmobil des Odenwaldkreises bot auch die Jugendfeuerwehr Mümling-Grumbach Spiele für Kinder und informierte über die Feuerwehr als ehrenamtliches Betätigungsfeld. Oft ist es ja den Bürgern gar nicht bewusst, dass die Feuerwehrarbeit in Höchst ehrenamtlich und freiwillig geleistet wird. Um so wichtiger ist es, dass der Nachwuchs auch im Feuerwehrwesen gefördert wird.

Die kleine Schlepperausstellung zeigte gut restaurierte alte Technik. Wie immer war der Klang eines Lanz Schleppers unverkennbar.
Wir hoffen, dass der Annelsbacher Apfel- und Holzmarkt allen Besuchern gefallen hat und bedanken uns ganz besonders bei den Helfern und Organisatoren dieser Veranstaltung. Insbesondere danken wir allen Helferinnen und Helfern, die sich ehrenamtlich bei dieser Veranstaltung engagiert haben. Insbesondere freut uns, dass auch die Annelsbacher Jugend aktiv vertreten war. Weiter so, wir brauchen Euch.
Der Verkehrs- und Verschönerungsverein kann Veranstaltungen solcher Größe nicht jedes Jahr durchführen, dafür ist der Aufwand zu groß. So wird der nächste Apfel- und Holzmarkt erst wieder 2012 in Annelsbach stattfinden.
Weitere Fotos der Veranstaltung finden Sie in unserer Fotogalerie.
Jürgen Sanne, Verkehrs- und Verschönerungsverein Annelsbach
Download des Berichtes als PDF-Datei
Das Odenwälder Echo hat mit einem Zeitungsartikel am 26. Oktober 2010 über den Apfel- und Holzmarkt berichtet, wenn auch nicht ganz wahrheitsgetreu.
Der Kurzfilm über den Apfel- und Holzmarkt:Lesen Sie auch unseren Bericht aus 2008.
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